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Selbstmitgefühl


Selbstmitgefühl ist eine
aus warmer Sahne
gehäkelte Decke;
ist die Art, wie ich
mich sanft und liebevoll
an Depri-Tagen necke.

Selbstmitgefühl ist eine
Wortneuschöpfung, klar -
klingt zunächst etwas
sperrig. Ist aber
wirklich, wirklich wunder-
bar.

„Liebe dich selbst
wie deinen Nächsten“,
ist nur dann guter Rat,
wenn der Nächste sich
selbst gerne, ja gar: Lieb
hat. Wie das geht, haben so
viele von uns nie ge-
oder längst verlernt.

Selbstmitgefühl ist noch
an keiner Schule Kern
dessen, was wir Kindern
vermitteln; lehren sie
stattdessen das Streben nach Titeln...

Doch statt uns zu messen
und zu vergleichen, wäre
es heilsamer, wir würden
uns selbst freundlich
die Hände reichen.

Uns und das Leben so
nehmen, wie wir hier und
heute gerade stehen -
so zu sein, wie wir sind,
ist ein Grund für Verbindung,
zutiefst menschlich,
und kein Vergehen.


06.07.2017
© Constanza Fest, 2017.

Wehe Herzen

Du und ich,
zwei verkorkste Gestalten,
die sich ab und an,
nächtens,
in den Armen halten.

Die Herzen wund,
die Seele leer,
der Kopf weiß
keine Schritte mehr.

Komm, leg dein
wehes Herz an meine Seite,
gestehe mir die
ganze Pleite -

ohne Worte, nur
im Stillen, einander
wir die Sehnsucht
erfüllen.

Meine: Nach Nähe und
Geborgenheit -
ist es ein Tausch,
dass ich dich in
deiner nach
Sinnlichkeit
begleit'?

Wonach sehnt es sich
wohl tief in dir?
Was treibt dich
manchmal hin
zu mir?

Ist's wirklich nur
die Triebabfuhr?
Ich mein, da liefe noch
'ne and're Spur:

Wehes Herz muss auch
mal ruhen,
kann nicht pausenlos
Schritte tun.

Muss auch mal
verstanden sein, die
Welt ist dafür nicht
zu klein.

Wehe Herzen müssen
ruh'n,
können nicht
rastlos
Schritte
tun....

Etappen (2007/11/20)

Etappen geschehen,
Schritt für Schritt,
es gerinnt der Zauber,
mit und mit.

Das was zu Anfang
so schemenhaft war,
stockt und wird wirklich,
zauberhaft klar.

Geh nur voran,
mal taumelnd,
mal schwebend,
zögerlich gar oder
vor Sehnsucht bebend.

Etappen geschehen,
auch ohne Willen
- wisse, es wandelt
 im Leben
alleine die Stille.

Heil dem Heiler (2006/03/27)

Heil dir,
der du andere heilst,
heilen hilfst!

Bedenke, dass Heilung, die eintrifft,
eine Gnade Gottes ist,
des Lichtes, das der Seele
des einzelnen innewohnt,
der oder die dich um Hilfe angingen.

Eine Gnade,
die dem Augenblick innewohnt,
in dem ein Mensch seine Hand,
ob widerstrebend oder
vertrauensvoll, in die deine legte,
auf dass du dich heilend,
helfend erfahren mögest,
wie es deinem Weg,
dem Weg, den du gewählt und
vielleicht unter mancherlei Mühe
gegangen bist,
entspricht.

So wirken wir miteinander,
an dieser Skulptur,
deren unzählige Einzelteile
das Unsagbare, Schöpferische
in jedem Augenblick
in seinen Händen hält.
Sich ständig verändernd,
zusammenwirkend in allen Widersprüchen,
auf ewig eins.

Heil dir, Heiler,
der du Licht in die Welt bringst,
indem du andere Menschen
in ihrem eigenen bestärkst.

Heil dir, Heiler,
der du deinen Teil
der Schöpfung erfüllst.
Heil.

Ich verlasse die Straßen (2003/09/13)

Ich verlasse die Strassen
gehe ein in das Licht
umarme das große "Fürchte-dich-nicht".

Die Welt hat sich gedreht,
der Herr hat mir den Kopf verdreht.
Die Welt hat sich gewandelt,
mein altes Weltbild verschandelt,
er hat das Kaleidoskop bewegt,
die Wirklichkeit gedreht.

Ich habe die Wahrheit in mir,
hab sie immer, hab sie hier,
und will nur noch eins,
danach leben, oder keins.

Werd's manchmal vielleicht vergessen,
zulassen dass Sorge und
Angst an mir fressen
doch kehre ich stets zurück
ins Jetzt und Hier
komme stets zurück zu mir
und zu guter Letzt zu Dir.

Ich verlasse die Gleise
die mir einst vorgegeben
trete ein in die Wildnis
meines noch ungeschöpften Lebens,
verlasse die Wege
tauche ein ins Nichts
und umarme auf ewig
das große "Ich bin" / "Bin nicht".